In antik mythologischer Assoziation erscheinen Heinigs Werke zum Thema „Raub der Sabinerinnen“. Die Portation der klassischen Figurenwelt in seine Lebenszeit motiviert den Künstler, die Räuber der meist nackten Frauengestalten durch behelmte Motorradfahrer darzustellen. Dieses zweigeteilte Bild, oben in Art eines Triptychons, wirkt wie ein Altarbild. Dort sieht man rechts und links fast symmetrisch die Darstellung je eines Motorradfahrers, auf den Betrachter zufahrend mit rotem Helm und Lederkluft, vor jedem der beiden, wie auf dem Tank sitzend, die Frauen mit bloßem Oberkörper, links scheint sie an den Fahrer gelehnt, rechts den Halt zu verlieren im Arm des lenkenden Fahrers. Im mittleren etwas breiteren Bild alle vier, die zwei Räuber mit ihren Maschinen auf offener Straße, der eine nach vorne, der andre nach hinten. Die Szene vor bewaldet hügeligem Hintergrund, die nackten Frauen sich wehrend und aneinander klammernd. Darunter quadratisch im Abstand und mittig auf dem Blatt der zweite Teil, es ist die gleiche Szene noch einmal. Im Vorder- und Mittelgrund wieder die Motorräder, eines von vorne das andere von hinten, auf beiden wieder behelmt die Fahrer in voller Montur, zwei nackte Frauen, die erste im Bild vorn, mit dem linken Bein auf dem Rücksitz, mit rechts auf dem Tank stehend über den Helm des Fahrers gebeugt, das Gesäß zum Betrachter. Das wild flatternde Haar zu Hörnern wie Wickingerhelme geformt, streitbare Frauen. Die andere Nackte, auch von hinten, sitzt rittlings beim Fahrer, erwartet die Abfahrt. Noch weiter rechts hinten eine Dritte der Nackten, hier scheint noch ein Räuber am Werke zu sein von ihm jedoch ist nichts weiter zu sehen. Auch dies Bild in Mischtechnik, viel Schraffur mit dem Bleistift und nur wenig Kolorierung mit leicht blauen und schwach rötlichen Tönen.