Zu den Spiegelungen hat Heinig mehrere wohl experimentelle Versuche gestaltet. Einer davon hier in Form der Darstellung einer reflektierenden Kugel. Vor flächigem Hintergrund in hell violetten Tönen links und dunkleren rechts, die als Schatten der Kugel im Zentrum wirken. Im sphärischen Rund der Figur spiegelt sich manches verzerrt, die Realität des gespiegelten Raums nur zu ahnen, gebogen die Flächen, ihre Kanten kreisrund. Ganz nah dran jedoch erscheinen die Ränder der Brille des betrachtenden Künstlers, sein Auge weit links sieht man deutlich. Mehrfach findet man in Heinigs Werken zwei verschiedenen Signaturen mit unterschiedlichen Jahreszahlen. Bei Aquarellen plädierte er immer dafür, ein Werk „in einem Zuge“ fertig zu stellen, gerade bei Aquarellen sei eine zu lange Bearbeitung der Qualität abträglich. Selten griff er frühere Werke noch einmal auf und gestaltete sie um oder weiter. Dies wird ein solches Motiv gewesen sein.