Der holsteinische Maler Hans Olde hatte sich während seiner Studienreisen nach Paris für die Werke von Claude Monet begeistert und dem Impressionismus in Deutschland an der Seite von Max Liebermann, Max Slevogt und anderen zum Durchbruch verholfen. Als Direktor der Kunstschule in Weimar und der Kunstakademie in Kassel berief er überwiegend Lehrer, die diese Richtung ebenfalls vertraten. In seiner letzten Schaffensphase in Kassel trat die Landschaftsmalerei bei Olde noch einmal in den Vordergrund. Ein unruhig bewegter, gelegentlich vehementer Pinselduktus zeugt von der inneren Erregtheit des Künstlers, die man als Reaktion auf den Ausbruch des Ersten Weltkriegs gedeutet hat. Oldes Malweise, in der die Farben geradezu wie auf die Leinwand gepeitscht erscheinen (Hildegard Gantner), überziehen die Bildfläche mit intensiv leuchtenden, hakenförmige Farbflocken und versehen sie mit einer unruhig flackernden Struktur, die eine Tendenz zur Malerei des Expressionismus erkennen lassen.