Hier die etwas düster wirkende Skizze einer männlichen Person, die dem Betrachter den Rücken zuwendet, leicht nach vorne gebeugt, in den Taschen stecken die Hände. Rechts von dem Mann eine Hauswand, vor ihm unten die weiße Brüstung eines Balkons vielleicht. Darüber der Blick in den schwarz schraffierten Abendhimmel mit Vollmond. Auf der Hauswand sein Schatten, zwei weitere solche, gedrungener auch auf der Brüstung. Die Szene vom Künstler mit Linien gerahmt auf dem Blatt, darüber der Titel: "Selbst mit 3 Schatten". Mit recht breiten Bleistiftschraffuren flächig textiert wirkt das Bild eher flüchtig hingeworfen. Dem Titel nach handelt es sich um eine Selbstdarstellung Heinigs, das Datum links unten zeigt "XII 92", die Zeit also, als er sich auf Reisen allein in New York aufhielt. Ob das Bild dort entstand ist nicht sicher, bedenkt man jedoch seine Situation in dem ihm fremden Land, kaum der englischen Sprache mächtig, verleitet es dazu, das Bild als Ausdruck momentanen Alleinseins nur mit drei Schatten zu deuten.